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Was ist Krav Maga ?

Q: Was ist Krav Maga eigentlich genau ?

A: Krav Maga ist kein Sport. Es ist auch keine reine Selbstverteidigung. Krav Maga ist ein (israelisches) Nahkampfsystem, dass vor allem auf offensive Techniken und Taktiken setzt.

Auf deutsch bedeutet der hebräische Begriff Krav Maga „Nahkampf“
(Krav = Kampf, Maga = nah).

 

Q: Seit wann gibt es Krav Maga ?

A: Krav Maga wurde in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erfunden und seither ständig weiter entwickelt. Es ist damit eines der jüngsten Nahkampfsysteme überhaupt.

 

Q: Wer hat Krav Maga erfunden ?

A: Den Urstein hat Imi Lichtenfeld (*1910 in Budapest, gestorben 1998 in Israel) gelegt. Einflüsse kamen aus dem Boxen, Ringen und dem Jiu-Jitsu. Krav Maga wurde dann jedoch von vielen anderen fortentwickelt, so u.a. den israelischen Streitkräften (IDF), Polizeien und Geheimdiensten. Auch das israelische Wingate Institut hat seinen Teil dazu beigetragen.

Heute gibt es leider viele Organisationen und Instruktoren die Krav Maga als Sport behandeln oder es zu Marketing Zwecken zu seinem Nachteil verändern.

 

Q: Was unterscheidet Krav Maga von anderen Systemen ?

A: Krav Maga soll jedermann in die Lage versetzen, seine individuelle Verteidigungsfähigkeit mit möglichst wenig Aufwand maximal zu erhöhen (also 60-jährige Übergewichtige genauso wie 20-jährige Athleten).

Die Idee ist nicht, das Training in den Lebensmittelpunkt zu stellen.

Andere Systeme erfordern 3-4 Trainings pro Woche um dann nach jahrelangem Studium halbwegs in der Lage zu sein sich zu verteidigen.

Beim israelischen Militär z.B. erhalten Rekruten i.d.R. am Anfang der Ausbildung eine kurze Krav Maga Ausbildung die ausreichend ist, um den gesamten weiteren Wehrdienst davon zu zehren.

In Krav Maga spielen bestimmte schnell erlernbare Prinzipien eine große Rolle:

a. Geschwindigkeit (schnelle Entscheidungen und Umsetzung)
b. Überraschungselement
c. Aggression

Auch wenn Fitness ein Schlüsselelement für die erfolgreiche Bekämpfung eines Gegners darstellt (und wir Schüler deshalb natürlich dazu animieren sich sportlich zu betätigen) setzen wir nicht in erster Linie auf Kraft. Wir gehen nämlich prinzipiell davon aus dass ein potenzieller Angreifer uns körperlich überlegen ist, so dass ein reines Kräftemessen meistens nicht gut für uns ausgehen würde.

Diese Prinzipien lassen sich auf jede beliebige Angriffssituation anwenden. Würde man Technik- oder Szenario-basiert trainieren, müsste man für jeden potenziellen Angriff eine konkrete Verteidigung lernen. Dies wäre viel zu aufwändig für den durchschnittlichen Schüler, der 1-2 x wöchentlich trainieren kann und durchschnittlich fit ist oder vielleicht auch nur ein einzelnes Seminar von ein paar Stunden besucht.

Krav Maga erlaubt jede beliebige Handlung um sein Ziel zu erreichen. Dies beinhaltet Schauspiel, Lügen und jede denkbare (auch unfaire und verletzende) Handlung.

U.a. verwenden wir im Krav Maga Weak Points (Schwachpunkte). Dieses sind empfindliche Zielregionen, die einfach zu treffen und schwer bis gar nicht durch Training abzuhärten sind. Auch leichte und schwache Personen können diese Punkte wirksam treffen. Dies sind z.B. Genitalien, Augen, Ohren, Kehlkopf, Nacken und Knie.

 

Q: Welche taktischen Prinzipien stehen dahinter ?

A: Wir müssen grundsätzlich zwei Gruppen von Anwendern, bzw. Situationen unterscheiden, die unterschiedliche taktische Ziele haben, in der Regel sind das FLUCHT oder FESTNAHME / KONTROLLE:

a. Selbstverteidiger und Selbstverteidigungssituationen (zumeist Zivilisten, aber auch Law Enforcement in zivilem Setup)
b. Angreifer: Z.B. Law Enforcement bei der Durchsetzung seiner Aufgaben, aber auch Zivilisten in bestimmten Situationen, z.B. wenn Täter festgenommen (z.B. zur Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche) oder Dritte gerettet werden sollen.

Wenn wir von Selbstverteidigung sprechen orientieren wir uns am ABCDE-Prinzip (credits an Denis Hanover, Israel). Die steht für:

A = ANALYSE & AVOID
B = BLOCK
C = CONTROL
D = DESTROY
E = EVACUATE

Außerdem gilt für Selbstverteidigungssituationen das OUT – IN – DOWN Prinzip (credits an Amit Himelstein, Israel):

Wir wählen aus unserer Toolbox in der Regel immer erst eine Technik die uns aus der Reichweite des Gegners herausführt (OUT-Technik) und die Flucht erlaubt.

Nur wenn dies nicht möglich ist oder das Ziel ein Anderes (z.B. Kontrolle und / oder Festnahme) wählen wir eine IN-Technik.

DOWN-Techniken verwenden wir nur im Notfall und als letztes Mittel, da wir uns einen taktischen Nachteil verschaffen wenn wir uns selbst auf den Boden bringen.